22.10.2017 | Längenfeldschule braucht mehr Platz

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Eigentlich darf man im Lernatelier der Längenfeldschule nicht reden. Deshalb flüsterte der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel beim Besuch an der Gemeinschaftsschule mit Rektor Max Weber, Vize Reinhold Hofherr und Lerngruppenleiter Timo Schiemann. Hagel machte sich ein Bild vom zunehmenden Raumbedarf an der Schule. Vor allem das Foyer müsse vergrößert werden, sagte Max Weber. Denn der zunehmende Ganztagsbetrieb führe dazu, dass sich immer mehr Schüler immer länger im Schulgebäude aufhalten. Hagel erinnerte sich in diesem zu klein gewordenen Foyer noch gut an ein Theaterstück, das er als Grundschüler hier aufgeführt hatte. „Ich musste damals ein Reh spielen“, erzählte er.

Theaterstücke und Einschulungen finden an der Schule mittlerweile im Erweiterungsbau mit seiner Mensa statt. Der Ganztagsbetrieb war auch Gesprächsthema mit der Klassenlehrerin Patricia Spöcker, die dem Politiker bestätigte, dass in den höheren Grundschulklassen die Heterogenität zugenommen hat. Auch die Zahl der Kinder, die zurückgestellt werden, weil sie zwar das entsprechende Alter haben, aber nicht schulfähig sind, hat zugenommen, erläuterte Max Weber. „Wir hatten dieses Jahr 15 Kinder für die Klasse 1, die zurückgestellt wurden.“

In der Diskussionsrunde in Klasse 8 wurde Hagel gefragt, warum er Politiker geworden ist. Anhand seiner Biographie machte der Abgeordnete deutlich, „dass man kein Abitur braucht, um Zukunft zu haben“. Im Gegenteil, gut gelaunten Handwerkern gehöre die Zukunft. Bei der Beschreibung seiner Arbeitstage wurde deutlich, dass die Woche auch 60 bis 70 Arbeitsstunden haben kann. Da sich die Schüler mit Fragen zunächst zurück hielten, fragte Hagel sie nach Berufswunsch und Wohnort. Da tauten die Schüler auf und besonders ein Junge, der Polizist werden möchte, sah sich in seiner Berufswahl bestätigt. Denn die Polizei im Land bekommt einen Mercedes der E-Klasse und ein Maschinengewehr in jedes Polizeiauto.

(Südwest Presse, 21.10.2017)