04.07.2017 | Längenfeldschule zieht mit der ersten Ganztagsklasse positive Bilanz

Auch für die Schulanfänger des kommenden Schuljahres wird es eine Ganztagsklasse geben

Eifrig lernen die Kinder das Subtrahieren unter Anleitung von Klassenleiterin Franziska Neubert (links). (Foto: meni )

Die Klasse 1c der Längenfeldschule in Ehingen ist die erste an der Schule, die ganztags Unterricht hat. Nach einem knappen Jahr ziehen Schulleiter Max Weber und Klassenlehrerin Franziska Neubert ein durchweg positives Fazit und auch die Eltern der Kinder haben in einem Evaluationsbogen fast alle ein gutes Feedback gegeben. Im September wird es daher wieder eine erste Klasse geben, die ganztags betreut wird.

Konzentriert schauen die Schüler auf die Tafel. Dort erklärt Franziska Neubert gerade, wie man auf einfachem Wege zum richtigen Ergebnis der Substraktion kommt. „Die Organisation des Ganztagsbetriebs fordert uns ganz schön“, sagt Schulleiter Max Weber. Inzwischen sind von Montag bis Donnerstag auch nachmittags rund 300 Schüler auf dem Gelände. Darunter auch die Erstklässler der 1c, die sich aber nur zweimal wöchentlich in das AG-Programm der Schule einreihen und an zwei weiteren Nachmittagen in den Unterricht gehen. „Die Schule wird immer mehr von der Lern- zur Lebenswelt“, fasst Weber zusammen. Vier zusätzliche Stunden hat Franziska Neubert in der Klasse zur Verfügung. Zeit, die sie dazu nutzt, das Verhältnis zur Klasse und unter den Schülern zu intensivieren oder Platz für Fragen und die Lösung von Problemen zu schaffen, die sonst zu kurz kommen würden. „Wir haben beispielsweise einen Wochenabschluss, einen Erzählkreis und vespern vor der großen Pause gemeinsam, damit die Kinder dann Zeit haben, sich auszutoben“, erklärt sie und ergänzt, dass sie von vielen Eltern immer wieder höre, wie wohl sich die Kinder in der Klasse fühlen. Zusätzlich zum regulären Unterricht hat die Klassenleiterin Zeit für Angebote wie beispielsweise den Klassenkaufladen, in dem die Kinder den Umgang mit Geld lernen und sie kann frei einteilen, wann sie in der Woche zwei Stunden Englisch unterrichtet. „Das teile ich meist auf, dann lernen die Schüler mehr, als wenn sie geballt zwei Stunden pro Woche hätten.“

Nach einer langen Mittagspause, in der die Kinder essen und auf dem Hof mit ihren Freunden spielen, geht es für die Erstklässler bis mindestens 15.30 Uhr weiter. In dieser Zeit erledigen sie einen Großteil der Hausaufgaben, haben Unterricht oder besuchen die AGs der Nachmittagsbetreuung. „Die Kinder sind sehr selbstständig geworden“, stellt Franziska Neubert fest. Auch das mit den Hausaufgaben klappe immer besser. Daheim müssen die Schüler meist nur noch Kopfrechnen und Lesen üben.

Max Weber ist sich sicher, dass das Ganztagsangebot in der Grundschule auf einem guten Weg ist, das haben kürzlich auch die Eltern per Fragebogen bescheinigt.

Für das kommende Schuljahr gibt es bereits rund 20 Interessenten. „Eine der drei ersten Klassen wird also wieder nach diesem Modell unterrichtet“, sagt Weber. Doch die Ganztagsbetreuung bringt auch räumlich neue Herausforderungen. Über kurz oder lang wird der Platzbedarf an der Schule weiter steigen und ein Umbau nötig, schaut der Rektor voraus.

(Nina Merkle, Schwäbische Zeitung, 04.07.2017)