02.07.2017 | Minipizzen und Pelimeni schmecken am besten

Ehinger Schüler kochen im Küchenstudio Gerichte ihrer Heimatländer

Fleißig haben die Schüler gekocht.SZ- Körner

Elf Schüler der achten Klasse der Längenfeldschule haben das Fach „Gesundheit und Soziales“ gewählt. Dazu gehört auch das Kochen. Zusammen mit dem Küchenchef des Klosters Untermarchtal, Stefan Wiele, und Lehrerin Waltraud Dengler waren die Schüler im Küchenstudio des Möbelhauses Borst, um dort Gerichte aus ihren Heimatländern Italien, der Türkei, Syrien, Nigeria, Russland und Deutschland zu kochen und den Kunden des Hauses Kostproben anzubieten.

Angeregt hatte das Projekt der Küchenchef des Klosters, Stefan Wiele, sowohl mit dem Kloster Untermarchtal als auch dem Möbelhaus Borst besteht eine Bildungspartnerschaft der Längenfeldschule. „Mit dem Projekt 'Kochen rund um die Welt’ wollen die Schüler die Esskultur ihrer Heimatländer zeigen“, erklärte Wiele.

Das Geld für die verarbeiteten Lebensmittel haben sich die Achtklässler mit dem Pausenverkauf an der Schule verdient. „Wir haben die Gerichte teilweise im Unterricht geübt und teilweise heute dort vorbereitet“, erklärte Lehrerin Waltraud Dengler. Wiele zeigte den Schülern, wie sie den Hefeteig für die Pizzen, nachdem er 30 Minuten gegangen war, ausrollen mussten. Das Belegen mit Tomaten, mit Gewürzen wie Majoran und Oregano, Pilzen, Schinken, Pfefferoni und Käse war einfacher. Ein Erdbeertiramisu aus pürierten Erdbeeren, Mascarpone, Magerquark und Sahne mit zerkrümelten Amarettini war der passende Nachtisch zur Pizza. Feigenkekse nach einem türkischen Rezept sind ähnlich zu backen wie schwäbische Gutsle, eben nur mit einer klein geschnittenen Feige darin. Schwieriger waren da schon die Börek, das sind türkische Teigtaschen gefüllt mit Schafskäse. Aufmerksam verfolgten Hausleiter Andreas Coenen und Stefanie Kaufmann, die bei Möbel Borst für die Bildungspartnerschaft zuständig ist, die jungen Köche. „Wir stellen im Herbst zwölf neue Lehrlinge ein, ganz viele Bewerbungen haben wir über die Bildungspartnerschaften bekommen“, erklärte Stefanie Kaufmann. Schüler dieser Partnerschulen sind immer wieder zu Projekten und Praktika im Unternehmen, erfahren vor Ort, was dort gemacht wird. Auf der anderen Seite kann sich der Ausbilder ein besseres Bild von seinem Lehrling machen.

Aus Mehl, Ei, Salz und Wasser wurde in der Küche der Teig für die Pelimeni hergestellt und die Füllung aus Hackfleisch und einer Zwiebel zubereitet. Die fertigen Pelimeni isst man in Russland mit Schmand. Sie sehen aus und schmecken ähnlich wie Maultaschen.

Bulgursalat ist ein Gericht aus Nigeria. Der ausgequollene Bulgur wird mit Lauchzwiebeln, gelber Paprika, Kirschtomaten, Schafskäse, Gemüsebrühe und Öl gemischt und mit Tomatenmark, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. „Herra Biesboo“ heißt ein syrisches Gericht. Weichgekochte braune Linsen werden mit Nudeln mit Zitronensaft und Knoblauch in einem großen Topf mit heißem Öl kurz erwärmt und mit Koriander serviert. Die deutschen Schüler steuerten Kässpätzle zu dem Essen bei.

(Schwäbische Zeitung, 30.06.2017)