03.05.2017 | Ronja Kemmer stellt sich Fragen der Schüler

Vor allem das Thema der Migranten und Privates interessiert die Zehntklässler der Längenfeldschule

(Foto: sz-seli)

Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer ist am Dienstag in der Längenfeldschule zu Gast gewesen. Sie hat sich eine Stunde lang den Fragen der Zehntklässler gestellt, die ihre Meinung zu verschiedenen Themen, wie etwa der AfD oder Donald Trump, hören wolltes

Was der Beruf der Politikerin mit sich bringt und wie es mit den Zuwanderern weitergehen wird, das hat die Zehntklässler der Längenfeldschule beim Besuch der Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer interessiert. Nachdem sich die Politikerin am Dienstagmorgen in wenigen Sätzen selbst vorgestellt hatte, hatten die Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Zu Beginn interessierte vor allem die Mädchen, wie der Beruf der Politikerin mit dem eigenen Privatleben vereinbar ist. „Warum sind Sie Politikerin geworden?“, fragte eine Schülerin. „Auch wenn die Politik den Ruf hat, verstaubt zu sein, fand ich sie immer interessant. Ich bin dann einer Jugendorganisation beigetreten, denn ich wollte nicht nur diskutieren, sondern auch etwas machen.“ Durch eine Verkettung mehrerer Umstände sei sie bis zum Amt der Bundestagsabgeordneten gekommen. „Mein Ziel was das aber nicht“, sagte Kemmer. Schwierig sei es, genug Zeit für das Privatleben aufzubringen. „Das halbe Jahr verbringe ich quasi in Berlin, die Distanz ist also groß, da ich eigentlich in Erbach mit meinem Mann wohne. Ich bin aber sehr froh, dass mich mein Mann in meiner Tätigkeit zu 100 Prozent unterstützt“, so Kemmer.

Flüchtlingszahl in Relation gesehen

Mehrere Fragen kamen daraufhin aus der Ecke der Jungs, die sich für die Meinung der Bundestagsabgeordneten über die Migrationsdebatte interessierten. „Wir haben gehofft, dass auch andere EU-Länder mehr Flüchtlinge aufgenommen hätten. Ich sehe es kritisch, dass das aber nicht so gekommen ist. Denn eigentlich sollte jedes EU-Land seine Beitrag leisten. Hätte sich die Million Flüchtlinge auf ganz Europa verteilt, dann wäre es in der Relation gesehen nicht so viel gewesen“, sagte die Bundestagsabgeordnete. „Was denken Sie, wann und ob der Flüchtlingsstrom ein Ende findet?“, fragte ein Schüler. „Migranten und Flüchtlinge wird es immer geben. Uns sollte es darum gehen, wie wir die Ursachen der Flucht bekämpfen können“, antwortete die 27-Jährige. Auch ihre Meinung zur Alternative für Deutschland interessierte die Schüler. „Die Partei lebt davon, dass Ängste geschürt werden. Außerdem ist sie größtenteils gegen die EU und in meinen Augen braucht es diese Gemeinschaft.“

Wenige Prognosen wollte Ronja Kemmer zum Brexit, dem türkischen Präsidenten Erdogan und Donald Trump abgeben. Doch auf jedes dieser Themen habe sie einen kritischen Blick geworfen, was die Zukunft Europas angeht. „Bei den Wahlen in Amerika hat man gemerkt, wie viel Einfluss diese sogenannten Fake News haben können“, sagte Kemmer und riet den Schülern deshalb, sich nicht nur auf sozialen Netzwerken sondern auch in den klassischen Medien wie der Tageszeitung zu informieren.

Abschließend interessierten sich die Schülerinnen dafür, ob es Frauen in der Politik schwerer hätten. „Zum Glück leben wir in einer Generation, in der das keine Rolle mehr spielt, auch wenn viele Gremien in der Politik noch hauptsächlich aus Männern bestehen.

(Schwäbische Zeitung, 03.05.2017)