16.03.2017 | Neuntklässler stellen Projekte vor

Seit Oktober 2016 sägten, feilten und hämmerten ein paar Neuntklässler der Längenfeldschule im Technikraum der Schule und stellten unter der Mithilfe ihrer Lehrer Jörg Eisele und Rainer Fischer einen Schlosserhammer her. Drei Auszubildende der Firma Tries gaben Tipps und auch die Ausbilder der Firma schauten den 16-Jährigen auf die Finger.

„Die Bildungspartnerschaft zwischen der Längenfeldschule und der Firma Tries besteht seit 2008“, sagte Schulleiter Max Weber am Mittwoch bei der Präsentation der Ergebnisse in den Firmenräumen. Die Jugendlichen profitieren von dem Einblick in die Arbeitswelt und dem Entwickeln einer praktischen Aufgabe. Seitens Tries waren Karl-Heinz Walter, Georg Wiest und Ralf Meyer die Ansprechpartner. Zur Partnerschaft gehörte auch eine Betriebsbesichtigung und das Schreiben eines Berichtsheftes. 2016 präsentierten die Jungs einen Tesaabroller, nun war es ein Schlosserhammer. Man habe den Grundkörper auf Maß feilen müssen und in den Hammerstiel ein passgenaues Loch bohren müssen, erklärten sie. Das korrekte Messen und Anreißen wurde genau so gelernt wie die Ordnung am Arbeitsplatz. „Natürlich haben wir auch Fehler gemacht“, gab Julian Breymaier zu. „Beim Feilen sollte man nicht schrubben, man sollte die Feile ab und zu auch mit einer Bürste reinigen und mit der Funktion eines Messschiebers vertraut sein“, zählte der Schüler einige Fehlerquellen auf.

Svenja Rapp und Lilia Matcisin hatten sich als Projekt einen hydraulischen Kopfhörer ausgedacht. Als Argument für das Produkt gaben sie Situationen an, die durch Kopfhörer erschwert werden: „Wenn man am Straßenrand steht und nicht hört, dass jemand kommt“, meinten sie. Oder wenn die Mutter ins Zimmer komme und sich beim Kopfhörer tragenden Kind nicht verständlich machen kann. „Dann klappt der Kopfhörer hoch und die Mutter kann dem Kind mitteilen, dass was auf dem Herd steht und es darauf aufpassen muss.“

Kopfhörer klappt hoch

Die Schülerinnen listeten die einzelnen Arbeitsschritte von der Planung, der Zeichnung, dem Materialeinkauf bis zur Qualitätssicherung und dem Testen des Prototyps auf. Es folgte die Massenfertigung, der Versand und der Verkauf an den Endkunden. Zwei Jungs stellten nach dem gleichen Ablaufplan ein hydraulisches Dach vor. Die Präsentationen seien schöne Beispiele dafür, wie Bildungspartnerschaften gelebt werden könnten, meinte Silvia Geppert von der IHK. Auch Manfred Tries lobte die Zusammenarbeit. Durch solch ein Schülerprojekt hatte der einstige Längenfeldschüler Jannik Pantel ersten Kontakt mit der Firma Tries. Der Frankenhofener ist derzeit im zweiten Ausbildungsjahr. Die Firma Tries beschäftigt 13 Auszubildende in den Berufen Industriemechaniker, Mechatroniker und Industriekaufleute. Man wolle die Lehrwerkstatt in absehbarer Zeit in das neue Firmengebäude integrieren, meinte Ralf Meyer. Dann könnten die Schüler ihr Projekt auch in der Firma durchführen.

(Südwest Presse, Christina Kirsch, 16.03.2017)

Download: Vorstellung Schlosserhammer (NuT-Gruppe)
Download: Idee Kopfhörer (WuI-Gruppe)
Download: Idee Dach (WuI-Gruppe)