18.02.2017 | Schüler machen sich fit für den Straßenverkehr

Längenfeldschule und Hermann-Gmeiner-Schule veranstalten gemeinsam einen Verkehrssicherheitstag für ihre achten Klassen

Wolf-Dieter Staab von der Ehinger Verkehrswacht klärt die Achtklässler über die Gefahren des toten Winkels auf.

Schüler für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren, das war das Ziel des Verkehrssicherheitstages, der am Freitag an der Längenfeldschule und der Hermann-Gmeiner-Schule in Ehingen stattgefunden hat. Ein Vertreter der Verkehrswacht Ehingen und ein Beamter des Polizeipräsidiums Ulm sind an die Schulen gekommen, um mit den Schülern über Verantwortung im Straßenverkehr zu sprechen. Auf dem Programm standen neben Erster Hilfe, der Mitfahrerproblematik und dem toten Winkel auch der Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr.

„Wer von euch hat schon mal Alkohol getrunken?“, fragte Wolf-Dieter Staab von der Ehinger Verkehrswacht die Schüler der achten Klasse. Zögerlich hoben einige der Jugendlichen die Hand. „Wer einen Rausch hat, kann Situationen nicht mehr richtig einschätzen. Das ist vor allem im Straßenverkehr brandgefährlich“, so Staab, der als ehemaliger Polizeibeamter weiß, wovon er spricht. Mit Hilfe einer Brille, die einen Alkoholpegel von etwa 0,8 Promille und den damit verbundenen Rauschzustand simuliert, zeigte er den Schülern, wie sich der Kontrollverlust durch Alkohol anfühlt. Trugen die Jugendlichen die Brille, hatten sie sichtlich Schwierigkeiten, geradeaus zu gehen. Kein Schüler schaffte es, den Hütchenparcours fehlerfrei zu durchlaufen – zur Erheiterung der Mitschüler. „Natürlich lachen die Jugendlichen bei dieser Aufgabe. Ich habe aber schon das Gefühl, dass bei ihnen auch was hängenbleibt“, so Wolf-Dieter Staab. Man dürfe einfach nicht unterschätzen, dass man sich unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr einer Gefahr aussetzt – egal ob man am Steuer sitzt oder zu Fuß unterwegs ist.

Wie groß der tote Winkel eines Autos ist, zeigte ein großes gelbes Dreieck aus Folie, das neben dem Auto der Verkehrswacht lag. Nacheinander durften die Schüler ins Auto einsteigen, um dort festzustellen, dass ihre Klassenkameraden, die auf der Folie standen, im Seitenspiegel nicht zu sehen waren.

Erwin Ender, der den Verkehrssicherheitstag organisiert hat, sprach mit den Schülern außerdem über die Erste Hilfe. Er selbst spielte das Opfer eines Motorradunfalls, legte sich auf den Boden und zeigte den Schülern, wie sie ihm gefahrlos den Helm abnehmen können. Unterstützt wurde der Lehrer der Hermann-Gmeiner-Schule dabei von drei Schülerinnen aus dem Schulsanitätsdienst. Theresa, Michelle und Tuana aus der neunten Klasse erklärten den Achtklässlern außerdem, was zu tun ist, wenn man an eine Unfallstelle gerät, wie die stabile Seitenlage funktioniert und wann sie sinnvoll ist.

Seit fast 20 Jahren veranstaltet die Längenfeldschule gemeinsam mit der benachbarten Hermann-Gmeiner-Schule jährlich einen Verkehrssicherheitstag. 2010 erhielten die Schulen für das gemeinsame Projekt sogar einen Sonderpreis der Landesverkehrswacht. „Der Verkehrssicherheitstag ist fester Bestandteil im Jahresablauf der Schule“, so Längenfeld-Schulleiter Max Weber. Wichtig sei den Schulen besonders die enge Kooperation mit Partnern von außen wie der Verkehrswacht und der Polizei.

(Schwäbische Zeitung, 18.02.2017)