11.02.2017 | Damit der Klick nicht zur falschen Seite führt

Roland Zindl klärt Eltern über Gefahren im Internet auf. (Foto: Kirsch)

"Wir wollen es nicht überdramatisieren, aber Internet und Handys sind auch an unserer Schule ein Thema“, meinte Rektor Max Weber zu Beginn eines Informationsabends zur digitalen Welt und ihren Fallstricken in der Längenfeldschule. Polizeihauptmeister Roland Zindl, der vormittags auch die Schüler über Cyber-Kriminalität aufgeklärt hat, gab den Eltern Einblick in die Gefahren des Internet.

Die Palette ist groß. Kinder können mit Pornographie und Gewalt, falschen Kontakten, Urheberrechtsverletzungen und Mobbing zu tun haben. „Zwölf Prozent aller Internetseiten haben pornographischen Inhalt“, sagte Zindl. Man schätzt, dass zwei Prozent aller Homepages kriminelle oder illegale Inhalte haben. Zindl vertritt die Ansicht, dass Kinder in der Grundschule kein Smartphone brauchen. Vielen Inhalten seien sie einfach nicht gewachsen: „Wenn Kinder Pornographie sehen, wird ihnen suggeriert, das sei normal.“ Ein großes und gefährliches Feld sind Kinderpornos, bei denen auch Kleinkinder misshandelt werden. Sehr viele Pädophile würden das Internet zur Kontaktaufnahme benutzen und Jugendliche dazu verleiten, sich beispielsweise oben ohne zu zeigen. Jedes Foto, das einmal im Internet landet, „ist da drin und Sie kriegen das auch nicht raus, auch wenn Sie ihr Profil löschen“, meinte der Polizeibeamte von der Ulmer Abteilung Prävention. Man solle seinen Kindern beibringen, im Internet nur Kontakt mit Leuten zu haben, die man auch im realen Leben kennt.

„Auch Erwachsene sind blauäugig“, wusste Roland Zindl. Es gebe Apps, die das Mikrophon oder die Kamera des PCs aktivieren. Bei der neuen Windows-Version „werden unglaublich viele Daten abgegriffen“. Roland Zindl ging auch auf Computerspiele und Videos mit Gewalt verherrlichendem Inhalt ein. Wenn man auf so etwas stoße, solle man einen Screenshot machen oder sich die Internetseite notieren , sowie sich Datum und Uhrzeit merken.

Eltern sind auch beim Internetverhalten Vorbilder. Wer als Erwachsener dem Smartphone große Bedeutung beimisst und es kaum zur Seite legen kann, vermittelt seinen Kindern die Wichtigkeit des Geräts. „Die beste Prävention, die Sie leisten können, ist der Kontakt zu ihren Kindern“, meinte der Referent. Man müsse mit ihnen reden und wissen, wo sie sich aufhalten. „Und Sie werden es nicht glauben, aber Ihre Kinder unternehmen gerne etwas mit ihren Eltern.“

(Südwest Presse, 11.02.2017)