12.11.2016 | Schüler diskutieren mit Manuel Hagel

Besonders das Thema Flüchtlinge liegt den Ehinger Neuntklässlern auf dem Herzen

Die Klasse 9a der Längenfeldschule mit dem Abgeordneten Manuel Hagel (r.), Klassenlehrerin Sherife Kashtanjeva und Rektor Max Weber (l.)
Foto: SZ-meni

Intensiv hat sich die Klasse 9a der Ehinger Längenfeldschule mit Klassenlehrerin Sherife Kashtanjeva in den vergangenen Tagen auf den Besuch des Landtagsabgeordneten Manuel Hagel vorbereitet. Die Schüler haben Fragen notiert, sie nach Themengebieten geordnet und dann am Freitagnachmittag mit dem Politiker diskutiert. Dabei wurde klar: Die Schüler machen sich Gedanken über die Zukunft und wollen am politischen Geschehen teilhaben.

„Warum investieren wir so viel Geld in die Flüchtlinge, wenn wir damit doch auch einen Radweg nach Dächingen hätten bauen können?“ – Ganz konkret wollten die Schüler von Manuel Hagel wissen, was da gerade in Deutschland passiert. Der schilderte den Schülern seine Erfahrungen aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung, in der er von harten Schicksalen der Geflohenen erfahren hatte. „Menschlichkeit kann man nicht in Euro messen“, machte Hagel klar und auch dass keine Kommune im Land aktuell wegen der Flüchtlinge weniger Geld für Investitionen habe. „Aber man muss natürlich unterscheiden, woher die Flüchtlinge kommen und ob sie vor dem Krieg oder aus wirtschaftlichen Gründen geflohen sind“, ergänzte er. Nicht alle dürften auf Dauer in Deutschland bleiben. Es folgten Fragen, wie viel Geld Flüchtlinge im Monat bekommen und was die Stadt Ehingen konkret für diese tut.

Gerne würden die Schüler auch bei den Wahlen Politik mitgestalten und wollten erfahren, warum sie zwar ab der Lehre Steuern zahlen müssen, aber nicht mitentscheiden dürfen. Das schränkte Manuel Hagel ein, denn kommunal dürfe man bereits ab 16 Jahren wählen und „jeder der wählt, sollte auch potenziell wählbar sein“, schränkte er diesen Wunsch für die Landes -und Bundesebene ein. Engagieren könnten sich die Schüler ja auch vorher schon über politische Jugendorganisationen. Auch über seinen eigenen Werdegang in der Jungen Union und in der Politik sprach Hagel in diesem Zusammenhang. „Ich habe mir alle Parteien angeschaut, aber 100 Prozent Übereinstimmung gibt es nie“, gab er den Neuntklässlern mit auf den Weg und warnte sie vor populistischen Parteien, die zwar Probleme laut beschreien könnten, aber keine Lösungen anbieten würden. „Ich erlebe statt Politikverdrossenheit bei jungen Leuten oft eher eine Politikerverdrossenheit“, so Hagel. Er wolle das ändern und seine Politik mit Austausch und Dialog gestalten und versprach den Jugendlichen damit auch, dass sie sich immer an ihn wenden können.

In den kommenden Monaten will die Klassenlehrerin Sherife Kashtanjeva mit den Schülern nach Stuttgart fahren. Hagel lud die Klasse ein, ihn zu besuchen. „Ich fand es cool, dass Sie gekommen sind und nicht so streng waren“, zog eine der Schülerinnen im Anschluss an die rund 90-minütige Fragerunde ein Resümee.

(Schwäbische Zeitung, 12.11.2016)