12.11.2016 | Was treibt eigentlich Manuel Hagel so?

Manuel Hagel diskutiert mit den Neuntklässlern der Längenfeldschule.
Foto: Christina Kirsch

„Lasst euch von niemandem einreden, dass Hauptschule oder Gemeinschaftsschule weniger Wert sind als Abitur“, beschwor der Landtagsabgeordnete Manuel Hagel gestern die Schüler der Klasse 9a der Längenfeldschule. Die Jugendlichen waren mit ihrer Lehrerin Sherife Kashtanjeva außerhalb der regulären Schulzeit gekommen, um dem Abgeordneten politische Fragen zu stellen:  „Warum sind Sie Politiker geworden? Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?“. Auch Fragen zu Flüchtlingen oder dem Wahlrecht wurden gestellt.

Er sei mit 15 Jahren zu einer Politikfahrt nach Berlin eingeladen gewesen, erzählte Hagel. Zunächst hätte die Tatsache gelockt, „dass ich da nicht in die Schule musste“, aber dann habe er angefangen sich für Politik zu interessieren. „Die JU und die CDU waren die Parteien, wo ich mit meinen eigenen Meinungen die größte Schnittmenge hatte“, erklärte er. Er habe es mit einer Bankkaufmann-Lehre zum Filialdirektor gebracht, machte er den Neuntklässlern Mut, ihr berufliches Leben anzugehen. Hagel erlebt die junge Generation nicht als politikverdrossen. „Es ist eher die Politikerverdrossenheit“, sagte er. Jugendliche hätten den Eindruck, „Politiker sehen alle gleich aus und sagen alle das Gleiche“, meinte Hagel und bot den Schülern das Du an.

Ländlichen Raum aufwerten

Mit untergeschlagenem Bein erklärte Hagel die Arbeit des Landtags mit Debatten, Plenarsitzungen und Fragestunden. Als Generalsekretär werde er als nächstes das 80 Seiten umfassende Grundsatzprogramm angehen, „denn 80 Seiten will doch niemand lesen und wir können auch kürzer sagen, wer wir sind und was wir wollen“. Aktuell habe er vorgestern im Landtag eine Frage zu Flüchtlingen gestellt, „die fliegen für ein paar Monate heim und kommen dann wieder als Flüchtlinge“. Es sei anzunehmen, dass diesen Menschen keine Gefahr an Leib und Leben drohe. Innenminister Thomas Strobl habe zugesagt, dass er sich darum kümmern will, machte Hagel Abläufe im Landtag deutlich.

„Welche Ziele streben Sie für die Große Kreisstadt an?“, wollte Tobias Schmucker wissen. Junge Menschen wollten gerne in große Städte, meinte Hagel. Dem müsse man entgegenwirken, indem man den ländlichen Raum lebenswert gestalte. Dazu gehöre schnelles Internet. Zum Wahlrecht vertrat Manuel Hagel die Ansicht, dass jemand, der wählen dürfe, auch wählbar sein sollte. Mit 16 könne man aber als Landtags- und Bundestagsabgeodneter nicht zur Wahl stehen. Hagel ermunterte die Schüler, sich für Politik zu interessieren. „Wenn einem Stadt und Land egal sind, dann entscheiden andere“, sagte er und lud die Jugendlichen der Längenfeldschule zu einem Besuch im Landtag ein.

(Südwest Presse, 12.11.2016)