08.10.2016 | Chancen für beide Seiten

Die Ehinger Längenfeldschule hat eine Kooperation mit zwei neuen Bildungspartnern unterzeichnet. Damit wird auch das erzieherische und pflegerische Berufsfeld abgedeckt.

Foto: Christina Kirsch

An einem Tisch: Die Längenfeldschule hat zwei neue Bildungspartnerschaften unterzeichnet (von links: Veronika Goller vom Schulamt, Ralf Bomheuer, Kloster Untermarchtal, Schulleiter Max Weber, Nicole Rapp, St. Elisabeth-Stiftung und Silvia Geppert von der IHK Ulm.

Aus drei Partnern werden fünf“, freute sich gestern Schulleiter Max Weber bei der Vertragsunterzeichnung über zwei neue Bildungspartnerschaften. Mit der St. Elisabeth-Stiftung und dem Kloster Untermarchtal kommen nun zu den bisherigen Partnerschaften mit dem Möbelhaus Borst, dem Lackierzentrum Ott und der Firma Tries zwei Bereiche dazu, die den Schülern auch Einblicke in den erzieherischen und pflegerischen Alltag ermöglichen.

Seit acht Jahren pflegt die Schule eine Bildungspartnerschaft mit Tries, seit vier Jahren mit dem Möbelhaus Borst. Von beiden Partnern waren in Anerkennung der Zusammenarbeit die Betriebsleiter Matthias Tries und Ralf Buschnakowski bei dem Festakt anwesend. „Mit der neuen Bildungspartnerschaft schließen wir eine Flanke im sozialen Bereich“, sagte Schulleiter Max Weber. Die beiden Einrichtungen betreuen Behinderte, psychisch Kranke und alte Menschen. Junge Menschen könnten in Praktika an ein sensibles Feld herangeführt werden, meinte Max Weber.

Wie das gehen kann, beschrieb Ralf Bomheuer, der Geschäftsleiter der Untermarchtaler Betriebe. „Es geht nicht darum, dass ihr kommt und dann versucht, möglichst wenig im Weg herum zu stehen“, erläuterte er die Praktika in Untermarchtal. „Wir werden einzelne Projekte mit euch machen, bei denen ihr beispielsweise Blutdruck messt und erfahrt, warum das wichtig ist“. In der Untermarchtaler Klosterküche sollen die Schüler Einblick in das Aufstellen von Essensplänen bekommen, die Küchenabläufe miterleben und beim Kochen helfen.

„Das bewirkt, dass Unternehmen gut vorbereitete Auszubildende bekommen“, freute sich Silvia Geppert von der IHK Ulm. Die beiden Verträge seien die 199. und die 200. Bildungspartnerschaft im Bereich der IHK Ulm und zeigten, wie wichtig solche Kooperationen sind. Denn „Schüler haben das Problem, dass sie sich nicht vorstellen können, wie ihr Leben nach der Schule aussehen kann“, sagte Geppert.

Bildungspartnerschaften bedeuten aber Engagement auf beiden Seiten, denn gerade soziale Einrichtungen litten unter Fachkräftemangel. „13 000 Fachkräfte werden fehlen“, sagte Bürgermeister Sebastian Wolf, der im Namen des Schulträgers ein Grußwort sprach. Die Chancen für Schüler, einen für sie geeigneten Beruf zu finden, würden durch Praktika größer, sagte Wolf. Die St. Elisabeth-Stiftung beschäftigt 1800 Mitarbeiter, die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern in Untermarchtal unterhält 280 Arbeitsplätze und bildet derzeit 17 junge Menschen in verschiedenen Berufen aus.

Der Festakt wurde vom Chor unter der Leitung von Musiklehrer Rainer Fischer mit einer Körper-Percussion und von der Tanz-AG mit Tänzen (Einstudierung Ingrid Schiele) unterhalten.

(Südwest Presse, 08.10.2016)