16.06.2016 | Ehinger Schüler gestalten neue Sitzbänke

Möglich macht das die Kooperation zwischen Längenfeldschule und Gewerblicher Schule

Schüler, Lehrer und Schulleiter freuen sich über die neuen Sitzbänke, die aus der Kooperation zwischen Längenfeld- und Gewerblicher Schule hervorgegangen sind.(Foto: SZ- Prandl)

Die Längenfeldschule in Ehingen ist um zwei neue Sitzbänke im Außenbereich reicher – 13 ihrer Schüler um eine neue praktische Erfahrung. Im Rahmen des Praxiszugs der Klasse 9 haben sie in den Werkstätten der Gewerblichen Schule Ehingen die Sitzgelegenheiten aus Beton und Holz gestaltet.

Stolz sind die Schüler, als sie ihre Bänke präsentieren. Seit Ende Januar haben sie drei Stunden in der Woche daran gearbeitet. Die Schulleiter freuen sich, dass die Kooperation zwischen Längenfeldschule und Gewerblicher Schule schon seit mehr als zehn Jahren so gut funktioniert.

Für Max Weber, Schulleiter der Längenfeldschule, zählt, dass die Neuntklässler so jedes Jahr ein Ziel vor Augen haben und darauf hinarbeiten können. „Diesmal steht das Produkt sogar der Schule zur Verfügung“, erklärt er freudig.

Ein Stück Berufswahl

Der Schulleiter der Gewerblichen Schule, Werner Glocker, sieht die Kooperation zusätzlich in einem größeren Zusammenhang: „Fachkräfte für Technik werden immer gesucht“, sagt er. Die Kooperation helfe den Schülern bei der Berufswahl. Für sie sei das in jedem Fall wertvoll – egal, ob sie dabei gemerkt hätten, dass das was für sie ist oder nicht. „Schulen werden stärker dadurch, dass man sich versteht“, sagt Glocker auch. In Ehingen würden Kooperationen auch Sinn machen, weil die Schulen so eng beieinander seien.

Schüler Federico hat die Arbeit mit dem Beton am meisten Spaß gemacht. „Es war eine gute Abwechslung im Stundenplan“, sagt der 15-Jährige. Der Beton musste angerührt und in Schale gegossen werden. Die Arbeit mit dem Betonrüttler habe ihm besonders gefallen, sagt Federico. Als der Beton fertig war, mussten noch Metallstangen und Holzbretter nach Maß angebracht werden. Doch ganz am Anfang stand erst einmal die Planung.

Ernst Müller, Technischer Lehrer der Gewerblichen Schule, erzählt, dass die Schüler zuerst Liegen anfertigen wollten. Doch der Maurermeister habe davon abgeraten. Die Hauptherausforderung sei ohnehin nicht der technische Aspekt, sondern die Motivation der Schüler gewesen. Auch Max Weber berichtet, dass manche Schüler stets auch ermuntert werden müssten. Kaum zu glauben, wenn man sie bei der Präsentation ihrer Werke sieht. Federico findet sogar, einen Tisch herzustellen, wäre noch toll.

Sitzecke soll wachsen

„Die Jugendlichen haben etwas für nachfolgende Schüler geschaffen“, betont Weber. Auch er kann sich vorstellen, dass in den kommenden Jahren noch mehr für die Sitzecke hergestellt wird. Werner Glocker ist sich sicher, dass die Schule lange Freude an den Bänken haben wird: „Der Beton dürfte ewig halten und das Holz kann man ganz leicht reparieren“, sagt er.

Glocker betont auch, dass die Schüler durch die Arbeit Einblick in die Beton-, Holz-, und Metalltechnik bekommen hätten. Auch für die Schule sei es besonders, die Bereiche miteinander zu verzahnen. „Alles muss miteinander geplant und abgesprochen werden“, erzählt Lehrer Ernst Müller.

Manche der 13 Schüler beenden im Sommer ihre Schulzeit, andere gehen ins zehnte Jahr. Federico wird weiter mit Beton zu tun haben. Er heuert bei Schwenk Zement an.

(Schwäbische Zeitung, Dominik Prandl, 16.06.2016)