11.03.2016 | Ideen für besseren Einkauf

Nachhaltigkeit ist für Jochen Widmann ein Ziel. Deshalb hat der Inhaber des Rewe-Markts in Ehingen dazu einen Schulpreis ausgeschrieben. Den bekam jetzt die Klasse 8 der Längenfeldschule als Sieger.

Foto: Jürgen Emmenlauer

Lehrer, Jury, Projektbegleiter und alle drei beteiligten Schulklassen: Den Rewe School Award soll es künftig regelmäßig geben.

"Ich bin von den sensationellen Ideen, von der Kreativität und von der hohen Motivation mehr als begeistert", schwärmte Jochen Widmann bei der Preisvergabe des Rewe School Awards in der Mensa der Längenfeldschule und fügte hinzu, er sei überwältigt von der Präsentation zum Thema Nachhaltigkeit. Ausgeschrieben hat der Inhaber des Ehinger Marktes den Schulwettbewerb mit dem Motto "Regional, optimal, saisonal". Das sei auch seine persönliche Philosophie, sagte Jochen Widmann, Verantwortung für die Region zu übernehmen und regionale Betriebe zu stützen, die Umwelt durch kurze Wege zu schonen und die Gesundheit der Kunden zu fördern.

So kürte die Jury mit Jochen Widmann, Bürgermeister Sebastian Wolf, Rolf Koch vom Stadtmarketing sowie Gerd Nieth (Rewe-Marktleiter im Allgäu) und Ludwig Schmid vom Handelsverband Württemberg die Klasse 8 der Längenfeldschule mit Lehrerin Marina Kirsch zu Siegern des Schulprojekts "Wie kann Rewe in Ehingen nachhaltiger werden". Für ihr "ausgefeiltes und realisierbares Nachhaltigkeitsprojekt" gab es 1000 Euro Preisgeld.

Ausgearbeitet haben die Schülerinnen und Schüler umfangreiche Präsentationen zur Markterkundung und industrieller Lebensmittelproduktion. Neun Kochaktionen mit nachhaltigen Rezepten wollen die Schüler im Rewe in der Ehinger Adolffstraße bis Dezember durchführen und so zeigen, wie man ohne Tomaten aus Spanien oder Äpfel aus Neuseeland kochen kann. Zahlreiche Rezepte wurden dafür gesammelt. Eine Olivencreme hat die Klasse hergestellt. Vorgeführt wurde, wie Schüler ihre Eltern zu mehr nachhaltigem Essen motivieren können.

Den zweiten Preis und einen Scheck in Höhe von 500 Euro durften die Zehntklässler der Urspringschule sowie deren Lehrer Martin Witzel, Oliver Jung und Dr. Rainer Wetzler in Empfang nehmen. Sie punkteten mit ihrer virtuellen "Greenline", die als gekennzeichneter Weg durch den Rewe-Markt zu Bioprodukten und regionalen Waren führen soll. Und mit dem Lieferdienst zu den Kunden nach Hause, was insbesondere für ältere Menschen eine große Hilfe darstelle. Die Urspringer haben wegen der zunehmenden Zahl von Vegetariern und Veganer den Schwerpunkt auf diese Produkte gelegt, ebenso auf Fairtrade-Waren. Sie schlagen vor, bei den Kunden dafür zu werben, Stofftaschen und Tupperdosen von zuhause zum Einkauf mitzubringen, der Jugend die Nachhaltigkeit durch Sammelpunkte mit Gewinnen näher zu bringen sowie eine Kinderecke im Markt einzurichten und schlossen mit dem Slogan "Kommerz mit Herz - um die Welt für kommenden Generationen lebenswert zu erhalten".

Die Klasse 9 der Längenfeldschule mit Lehrerin Waltraud Dengler wurde mit 200 Euro für das Projekt der "Give-Box" belohnt. Ähnlich einer kleinen Gartenhütte könnte auf dem Rewe-Parkplatz die Box aufgestellt werden, wo Kunden Gebrauchsartikel (keine Lebensmittel) abgeben können, damit diese nicht in den Müll wandern müssen. Das Design der Hütte könnte über einen Kindermalwettbewerb gefunden werden. Die Neuntklässler präsentierten ein Bonussystem beim Kauf regionaler Produkte und rieten, Mehrwegbeutel aus Papier für Obst und Gemüse zu verwenden.

Eingebettet in die Preisverleihung war der Kurzvortrag "For ever young" von Dr. Dietmar Schubert, der zeigt, wie man bis ins hohe Alter gesund und beweglich bleiben kann. Weil die Längenfeldschule eine enge Kooperation mit den Ehinger Basketballern pflegt, wie Schulleiter Max Weber bei der Begrüßung sagte, waren auch einige Verantwortliche und Spieler der ProB-Bundesliga-Mannschaft vor Ort.

Südwest Presse, 11.03.2016, Renate Emmenlauer