26.11.2015 | Ferkel Fritzle ist der Star im Stall

Auf dem Hof der Reitpädagogin und Lehrerin Michaela Haug in Griesingen ist es schon immer tierisch bunt zugegangen. Der neue Star im Stall ist bei den Kindern im Moment jedoch Fritzle, das Ferkel.

Foto: FLAD_ROLAND (Roland Flad)

Die Kinder im Griesinger Stall von Michaela Haug freuen sich über Ferkel Fritzle und Hund Spiky

„Spiky fühlt sich wie der Vater von Fritzle, er hält das Ferkel für einen Hund“, sagt Philipp voller Überzeugung. Unschwer zu erraten, dass es sich bei Spiky um einen Hund handelt; er ist ein zweijähriger Australian Shepherd. Felix aus Allmendingen, der mit anderen Kindern der Längenfeldschule die Naturerlebnis-AG bei Michael Haug in Griesingen besucht, glaubt, dass Spiky das Ferkel sogar erzogen hat. „Beim ersten oder zweiten Mal wollte der Hund das kleine Schweinchen packen“, erzählt Felix. Doch ziemlich schnell freundeten sich beide Vierbeiner an, sie seien unzertrennlich, beide gehen auch zusammen spazieren.

Zunächst hatte Fritzle aber mächtig Schwein: Vor etwa fünf Wochen war es auf der B 465 am Ehinger Mühlweg aus einem Schweinetransporter gefallen. Nicht nur das: Zufällig war Michaela Haug gerade im Auto unterwegs. „Ich habe das Ferkel auf der Straße herumspringen sehen, es hat einen Stau verursacht“, erinnert sich die Tierfreundin, „da bin ich ausgestiegen, hab’ es in den Kofferraum gepackt und erstmal in meinen Stall gebracht“. Nach einigen Telefonaten mit der Polizei durfte sie es behalten. „Der Schweinehändler hat es uns geschenkt“, freuen sich die Griesinger mitsamt den Kindern der Längenfeldschule.

Nun dreht sich in der Naturerlebnis-AG seit ein paar Wochen alles um Fritzle. Sein Spitzname sei Schnitzel, wie Martin aus Dintenhofen vielsagend verrät. „Fritzle bleibt, bis man Hunger hat“, scherzt Jan aus Allmendingen. Martin widerspricht mit einem klaren Nein: „Schnitzel kommt nicht zum Metzger“; er will nicht, dass das Ferkel in der Pfanne landet.

Schließlich kann das kleine Schwein mehr als nur mit Spiky und den Kindern herumtoben und spielen. Fritzle könne schon einige Kunststücke wie durch einen Reifen springen oder auf einen Hocker hüpfen – wenn das nicht zirkusreif ist. „Er gräbt auch gern den Garten um und macht aus einer Wiese einen Acker“, wissen Oskar und Florian aus Ehingen. Das wiederum verrät unschwer die Natur des pfiffigen Kerlchens. Oskar und Florian sind übrigens samstags im Stall, um bei ihrem Liebling auszumisten. Für Niklas aus Dettingen ist das Ferkel wie „ein Baby, auf das man aufpasst und das man versorgt; wie bei einem kleinen Geschwisterchen“. Fritzle lerne blitzschnell, noch schneller als Hunde.

Das Ferkel sorgt in der Lerngruppe „für sehr viel Abwechslung“, freut sich die Lehrerin und Reitpädagogin Michaela Haug, die die Naturerlebnis-AG zusammen mit den ehrenamtlichen Betreuern Heiner Sigmund, Meike Ziehr und Tina De Giuli leitet. Sie wollen damit „einen Schwerpunkt für besonders interessante Tiere und Aktionen rund um die Natur vertiefen“.

Das Schweinchen lernt aber nicht nur schnell, es wächst auch zügig heran. „Wenn wir es behalten, werden wir einen Schweinestall bauen“, sagt Michael Haug zur Zukunft des jungen Ebers. Davor ist dem pädagogischen Team in Griesingen freilich nicht bange. Es benötigt vielmehr weitere Helfer und Paten, so wie Meike, Tina, Heiner, Martin und Niklas.

Statt Mastbetrieb auf engstem Raum übernimmt das Ferkel jetzt pädagogische Aufgaben und bringt der Lerngruppe spielend leicht alles rund ums Tier bei und die Natur noch näher. Das Schweinchen Schnitzel ist und bleibt also der unumstrittene Star im Pferdestall.

Info Michaela Haug und ihr Team suchen noch Helfer, um das Ferkel mit zu betreuen. Informationen unter (07391) 71514 oder auch im Internet unter www.michaelahaug.de

(Südwest Presse, 26.11.2015)